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Faltergarten

Anregungen und Anleitungen für einen schönen - falterreichen - Garten
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Wir locken den Schwalbenschwanz in unseren Garten!

Wir locken den Schwalbenschwanz in unseren Garten!

​Der Schwalbenschwanz, Papilio machaon, gehört zu den imposantesten Schmetterlingen in unseren Breiten und er ist auch einer der bekanntesten. Das schöne Tier ist ein beliebtes Motiv in der Werbung und gibt man einfach nur Schmetterling ein, so erhält man bei der Suche im Internet gleich eine ganze Sammlung von Bildern des Schwalbenschwanzes. Der Schwalbenschwanz ist nach der Bundesartenschutzverordnung von 2005 besonders geschützt, wird jedoch in der Roten Liste als nicht gefährdet eingestuft. Den besonderen Schutz verdankt er sicher auch ein wenig seiner Schönheit.

Welcher Gartenbesitzer wäre nicht stolz, wenn der Schwalbenschwanz in seinem Garten nicht nur ein regelmäßig zu beobachtender Gast beim Blütenbesuch ist, sondern er sich auch dort entwickeln und vermehren könnte? Das ist einfacher als gedacht! Da er sehr gerne, viel und weit fliegt in seinem Leben, kann man ihn fast allenorts einmal beobachten. Die Weibchen durchstreifen in einem großen Radius die Gegend auf der Suche nach geeigneten Eiablagestandorten. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass wir dem Schwalbenschwanz im Garten leicht einen geeigneten Lebensraum bieten können. Wer einen Gemüsegarten bewirtschaftet und darin Karotten zieht, hat wahrscheinlich auch schon einmal seine Raupen gefunden.

Flugzeit und Entwicklung

Der Schwalbenschwanz bildet im Jahr 2-3 Generationen, seine Puppe überwintert (Gürtelpuppe). Manchmal - in besonders günstigen Jahren - schlüpfen die ersten Falter schon Ende März. In normalen Jahren entwickeln sich zwei Generationen von Mitte Mai bis Mitte Juli und August bis September. Späte Tiere im Oktober oder auch schon im September können einer partiellen 3. Generation angehören. Leicht findet man auch die Raupen und manchmal auch die Eier an den Wirtspflanzen (bevozugt Jungpflanzen von Doldengewächsen über Rohboden, Schotter u.ä.). Die Falter zeigen ein interessantes Partnerfindungsverhalten. Männchen wie Weibchen suchen die höchsten Erhebungen im Gelände - ein Berg, ein Hügel oder auch ein Baum - und betreiben dort ein sogenanntes Hilltopping oder auch Treetopping. An sehr geeigneten Stellen kann man dan viele Exemplare gleichzeitig sehen! Im Garten lässt sich der Schwalbenschwanz auch gut beim Blütenbesuch beobachten. Am liebsten mag er violette Blüten wie etwa Rotklee, Sommerflieder, Flockenblumen etc.

Wirtspflanzen

Doldengewächse wie etwa Wilde Möhre, Fenchel, Pastinak, Wiesenkümmel, [[Kleine Pimpinelle]], Dill... Während er eine große Palette verschiedener Doldengewächse akzeptiert, hat der Schwalbenschwanz jedoch eine Vorliebe für kleine Exemplare, die möglichst über rohem Boden oder Gestein stehen und somit ein warmtrockenes Mikroklima bieten.

Hinweise zur Beobachtung und Bestimmung

Der Schwalbenschwanz ist in Deutschland eigentlich unverwechselbar. Zwar hat der Segelfalter auch "Schwänze", doch laufen bei diesem schwarze Streifen über die Flügel. Die Eier sind grün/gelb, kugelrund und verhältnismäßig groß, so dass auch sie mit einiger Übung gut zu finden sind. Hierzu sucht man zur Flugzeit gezielt nach kleinen Pflanzen über Rohboden - dort kann man oft auch die Weibchen schon bei der Eiablage beobachten. Die Raupen ähneln in der Jugend einem Stück Vogelkot! Später sind sie grün-schwarz gestreift, wobei die schwarzen Binden von rot/orangenen Flecken unterbrochen sind. Werden die Raupen gestört, stülpen sie eine Nackengabel (Osmaterium) aus, welche dabb einen intensiven Duft verströmt (dieser ist nicht direkt unangenehm, aber Geschmackssache...). Die Puppe ist schwer zu finden.

Modulbeschreibung

Möchte man, dass sich der Schwalbenschwanz im eigenen Garten fortpflanzt, so muss man nur ein paar einfache Voraussetzungen erfüllen. Genügend Nektarangebot von geeigneten Saugpflanzen und ausreichend Eiablagepflanzen an geeigneter Stelle. Beginnen wir mit den Eiablagepflanzen. Zwar legt der Schwalbenschwanz auch sehr gerne an Dill oder Möhre im Gemüsegarten ab, doch wollen wir hier einen naturnahen Lebensraum beschreiben. Es bieten sich etwa folgende naturnahe Möglichkeiten:

  • Staudenbeet mit Dill, Pastinak, wilder Möhre: Wichtig ist, dass hier Rohboden verfügbar ist und die Bepflanzung sehr schütter ist. Natürlich können hier auch andere Stauden angepflanzt werden, so lange das ganze Ensemble nur locker bepflanzt wird.
  • Steingarten, Steinschuttbeet: Kies, Steine etc. als vegetationsarmer Standort; hier können nun Wilde Möhre oder andere der o.a. Wirtspflanzen gut gedeihen. Der Vorteil gegenüber der Staudenbeetvariante ist, dass nicht so intensiv gepflegt werden muss, um die offenen Strukturen, welche sehr wichtig sind, zu erhalten.
  • Dachbegrünung: Hier besteht ggf. die Gefahr, dass die Wirtspflanzen vertrocknen, wenn es länger einmal nicht regnet.
  • Maulwurfshaufen in Magerwiesen: Hat man das große Glück und der Gartengrund für den "Rasen" ist recht mager, dann genügt schon das hochwillkommene Schaffen der Maulwürfe, um geeignete Eiablagestrukturen zu schaffen. Rasen, in denen viel Löwenzahn und andere Stickstoffzeiger gut gedeihen, meidet der Schwalbenschwanz.

Nektarpflanzen sollte man schon deshalb anbieten, dass man die Tiere nicht nur zur Eiablage beobachten kann. Schwalbenschwänze bleiben gerne auch für längere Zeit an einer Nektarpflanze, wenn es ihnen so richtig schmeckt! Sie saugen gerne und viel, denn ihr intensiver, kraftraubender Flug verlangt danach. Sehr gut geeignete Saugpflanzen sind:

  • Sommerflieder
  • Skabiose
  • Flockenblume
  • Distel
  • Rotklee
  • und eine Vielzah weiterer - vorzugsweise violetter und einheimischer Nektarpflanzen

Hat man o.a. Bedingungen geschaffen, dann wird man mit einiger Wahrscheinlichkeit schon bald einen Schwalbenschwanz im Garten nachweisen und beobachten können. Natürlich muss man den Raupen auch Gelegenheit bieten, dass sie ihre Entwicklung abschließen können! Mit dem Mäher oder der Motorsense darf man der Vegetation, in der die Raupen sich entwickeln natürlich nicht zuleibe rücken. Hat man Eier entdeckt oder Falter gesehen, dann kann man die Raupenentwicklungszeit etwa im Versatz von 2 Wochen annehmen. Die Entwicklung dauert ca. 3-6 Wochen, je nach Witterung. Ganz sicher ist das Mähen im zeitigen Frühjahr vor Beginn der Flugzeit und im Oktober sofern nicht noch Raupen an den Pflanzen sitzen. Zwischen den Generationen ca. Anfang August kann auch gut gemäht werden. Störstellen und offenen Boden mag die Art ja schließlich und hohe Vegetation ist eher abträglich. Wenn man die Art schon mit etwas Übung als Falter, Ei und Raupe beobachtet hat, wird man auch die Mähzeitpunkte kaum noch falsch wählen. Mit offenem und interessiertem Auge werden Sie den Schwalbenschwanz nicht übersehen! Die Verpuppung findet an trockenen Pflanzenstängeln oder an Steinen als sogenannte Gürtelpuppe statt. Man findet selten eine Puppe, sollte aber darauf achten, dass nicht alle geeigneten Verpuppungsstellen in erreichbarer Nähe zur Unzeit niedergemäht oder entfernt werden. Ein benachbarter Steinhaufen oder auch eine geschützte Wand, ein Holzstapel o.ä. sind gute Verpuppungsstellen.

Die erste Attraktion für den Schwalbenschwanz ist ein schönes Nektarangebot im Garten. Findet er Nektar und Wirtspflanzen in geeigneter Lage, hat man alle Voraussetzungen geschaffen, dass er sich im eigenen Garten wohl fühlt.
Ein kaum 5 cm hohes Dillpflänzchen auf Rohboden. Hier kann kein Schwalbenschwanz-Weibchen vorbei fliegen! Hier muss es einfach ein Ei ablegen!
Die vergleichsweise großen Eier sind mit bloßem Auge schon gut zu finden.
An Stellen wie diesen suchen die Weibchen nach geeigneten Wirtspflanzen. Ist die Möhre noch so klein - hier wird sich die Raupe prächtig entwickeln können! Die Weibchen antizipieren gewissermaßen das Wachstum der Pflanzen und legen höchst selten an alten Pflanzen ab.
Eine Raupe nach der zweiten Häutung sieht schon fast wie eine erwachsene Raupe aus - das Grün ist jedoch noch recht hell bis weißlich.
Winzige wilde Möhren und doch genügt es hier für eine Raupe...
Die gleiche Raupe wie im vorangegangenen Bild. Der Schwarzanteil der Zeichnung ist recht variabel - dies hier ist ein ziemlich dunkeles Exemplar. Die Möhre wird bis zum letzten Rest nieder gefressen und dann zieht die Raupe weiter zur nächsten Pflanze. Das Gestein erwärmt sich in der Sonne sehr und die Raupe profitiert vom heiß-trockenen Klima.
Erwachsene Raupe - schon auf dem Weg zur Verpuppung? Vor der Verpuppung unternehmen die Raupen einen ausgedehnten Verdauungsspaziergang und suchen sich lange einen geeigneten Platz für die Verpuppung.
Halberwachsene Raupe an Pastinak. Im Spätsommer werden auch schon mal größere Pflanzen genommen - hier Pastinak, gerne aber auch Dill. Aber immer noch ist der rohe Boden darunter wichtig!
Ärgert man die Raupe wie hier, stülpt sie die Nackengabel aus und man glaubt, ein Möhrenkonzentrat-Duft umweht einen. Ob ein Vogel sich davon abhalten lässt, sie zu fressen?
Es kommt vor, dass sich die Raupen auch an den Stängeln der Fraßpflanzen verpuppen. Ich halte dies jedoch für die Ausnahme.
Gleiche Dillpflanze wie oben - aus dem Ei ist eine Raupe geschlüpft und schon ganz gut herangewachsen. Die Raupen richten an den Möhren und dem Dill im Gemüsegarten KEINEN Schaden an. Bitte bekämpft sie nicht mit Insektiziten und lasst sie weiter fressen. Der Apetit ist gering und die Pflanzen nehmen keinen Schaden!

Ort (Karte)

Wir locken den Aurorafalter in den Garten